Wildseelodersee
Österreich,  Wanderlust

Einladung: Waiwi-Weitwanderweg – Wo sich Wanderschuhe und Bikini treffen

Was haben Wanderschuhe, Laufschuhe und Bikinis gemeinsam? Richtig, den Waiwi! Doch was genau ist jetzt dieser Waiwi? Ein Weitwanderweg im wunderschönen Pillerseetal in den Kitzbüheler Alpen, der von WAIdring zum WIldseeloder führt – daher auch sein Name. 😉 Drei Tage, drei Etappen, 50 Kilomenter, über 2000 Höhenmeter und jede Menge Schweiß! 

Anfang des Jahres konnten wir es kaum glauben – wir haben unsere erste Einladung bekommen und waren unheimlich stolz. Österreichs Wanderdörfer waren auf der Suche nach Bloggern und kamen auf uns zu. Natürlich haben wir das Angebot sofort angenommen, nachdem Kristina sowieso ein richtiges Bergkind ist und es für sie nichts Schöneres gibt, als in den Bergen zu sein. Und ich war der Meinung, man kann es ja mal ausprobieren, wird bestimmt super.

Rucksack gepackt und los – Weitwanderweg Waiwi wir kommen

So war es Ende Juni an einem Wochenende soweit. Wir haben aufgeregt unsere Rucksäcke gepackt und sind losgefahren. Vor der Abreise begleiteten mich natürlich Gedanken wie „Okay Claudia, du bist gerade dezent unsportlich, wirst du das überhaupt schaffen?“ und „Wie zur Hölle soll ich diesen schweren Rucksack drei Tage lang schleppen?“. Doch ich kann euch sagen, es war alles halb so tragisch. Ein guter Wanderrucksack hat eine super Passform, die einem das Gewicht nicht so spüren lässt und Dank Bergbahnen ist der Waiwi auch für untrainierte Wanderer kein Problem. 🙂 Wir hatten aber auch das Glück, dass das Wetter an allen drei Tagen super mitgespielt hat. Naja, besser gesagt, es war fast schon zu gut. Jeden Tag Sonne pur – sprich, über 30 Grad. Ich liebe den Sommer und die Hitze, aber ganz ehrlich, beim Wandern waren diese Temperaturen sogar mir zu viel. 😀

Waiwi-Weitwanderweg
Volle Motivation voraus – der Waiwi-Weitwanderweg ruft

Waiwi Etappe 1 – Von Waidring bis nach St. Jakob im Hause

Nachdem wir am Freitag von Marion vom Tourismusverband Pillerseetal im Hotel Sendlhof in Waidring begrüßt wurden, bereiteten wir uns in aller Ruhe auf unseren Trip vor. Es hätte keinen besseren Ort dafür geben können, als dieses Hotel. Das Zimmer war ein Traum, wir fühlten uns ein bisschen wie in einer Suite. 🙂 Das Personal war sehr hilfsbereit und freundlich und das Essen deliziös. 🙂 Ja, dieses Wort passt hierfür einfach am besten. 😀 Auch glutenfreies Gebäck zum Frühstück bzw. glutenfreies Essen am Abend waren mit Vorankündigung kein Problem. So starteten wir am Samstag, Dank des bequemen Bettes top ausgeschlafen, und gut gestärkt unseren Weg. Ein paar Meter vom Hotel entfernt war schon der Ausgangspunkt mit der Kennzeichnung „Waiwi“. Voller Vorfreude wanderten wir drauf los. Aus weiser Voraussicht starteten wir schon um 09:00 Uhr, da wir wussten, dass es heiß wird. Und ja, es war heiß! Daher haben wir uns dann auch für den Alternativweg der Etappe 1 entschieden, der über den Pillersee führt. So ging es über den Hausberg nach St. Ulrich, wo wir natürlich einen Sprung ins kühle Nass (18 Grad!!!) wagten und uns eine Pause gönnten. Danach ging es weiter in Richtung St. Jakob im Hause, wo wir nach einigen Stunden Fußmarsch endlich im Hotel Kitzspitz ankamen.

Waiwi Etappe 2 – Von St. Jakob im Hause bis zum Wildseeloderhaus

Nach einer Hotelführung haben wir uns sofort wieder unsere Bikinis angezogen und uns an den Hotelpool gelegt. Doch was noch viel cooler war: Das Hotel hat auch einen eigenen Naturbadeteich, in dem man mit einem Blick auf das wunderschöne Panorama schwimmen kann. Am Abend erwartete uns ein Buffet mit österreichischen Spezialitäten, an dem wir uns gestärkt und kurz darauf auch schon ins Bett verkrochen haben. Ja, wir waren etwas müde. 😀 Am nächsten Tag sind wir gleich nach dem Frühstück aufgebrochen und zum Jakobskreuz gewandert. Richtig cool mal ein Gipfelkreuz zu erreichen, das dreidimensional ist und das man auch betreten kann.

Endlich da - das begehbare Gipfelkreuz "Jakobskreuz" am Waiwi-Weitwandweg
Endlich da – das begehbare Gipfelkreuz „Jakobskreuz“ am Waiwi-Weitwandweg

Obwohl es noch „früh“ (ca. 10:00 Uhr) war, war es trotzdem schon sehr heiß. Beim Abstieg nach Fieberbrunn schwitzten wir schon ziemlich (ja richtig gelesen, beim Abstieg 😀 ). Der Weg ist fast durchgehend in der Sonne, also Kopfbedeckung nicht vergessen! Als wir endlich in Fieberbrunn angekommen sind, haben wir festgestellt, dass es einfach viel zu heiß ist, um jetzt noch über 1.000 Höhenmeter zu machen. Also haben wir den Fieberbrunner Bergbahnen einen Besuch abgestattet. 🙂 Ja, wir gestehen, wir haben den Waiwi abgekürzt. 🙂 Aber bei diesen Temperaturen wäre das einfach nicht anders möglich gewesen. Von der Endstation wanderten wir dann noch zirka eineinhalb Stunden bis zum Wildseeloderhaus. Und ihr könnt uns glauben, das hat an diesem Tag gereicht. Natürlich konnten wir uns auch dort einen Sprung in den kalten See nicht entgehen lassen und sind ein paar „Bahnen“ im 13 Grad kalten Wildsee geschwommen.

Waiwi Etappe 3 – Vom Wildseeloderhaus auf den Gipfel und zurück ins Tal

Ich muss gestehen, beim Wildseeloderhaus war ich schon etwas fertig. 😀 Die letzten Monate ohne Bewegung machten sich bemerkbar. Trotzdem beschlossen wir, am nächsten Tag um 04:00 Uhr (ja, eine andere Wanderin hat uns auch ganz erschrocken angesehen, als sie das gehört hat 😀 ) aufzustehen, um den Hennen-Gipfel (2.078 Meter) zu erstürmen. Den Wildseelodergipfel ließen wir aus, weil am Weg dorthin noch Schnee lag und mit den Laufschuhen ist man bei diesen Bedingungen nicht so trittsicher. Wieso ich mich für die Laufschuhe entschieden habe? Da meine Füße werden von der Wanderung schon schwer genug sein würden, wollte ich nicht die schwere Bergschuhe „heben“ 😉 Um 04:00 Uhr läutete also der Wecker und wir machten uns auf zur Henne. Oben angekommen, ist auch schon die Sonne aufgegangen. Ein Sonnenaufgang am Gipfel ist einfach etwas ganz Besonderes. Danach ging es zurück zur Hütte. Dort wartete schon ein richtig leckeres Frühstück auf uns. Unterwegs habe ich noch mit einem Schaf, das bei der Hütte weidete, „gekuschelt“. Ich habe es Berta getauft. 😀

Da gehen sie dahin, immer der Sonne entgegen

Ende im Gelände – zurück ins Tal

Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt und unseren letzten Weg des Weitwanderwegs beschritten haben, habe ich mir kurz überlegt, den Wirt zu bitten, mit der Materialseilbahn nach unten fahren zu dürfen. 😀 Aber, ich habe den Weg dann doch aus eigener (Willens)Kraft geschafft. 😀 Und ich kann sagen, der Waiwi-Weitwanderweg ist auch für Wandereinsteiger zu schaffen. Der Weg ist gut gekennzeichnet und wenn die Kondition nicht reicht, kann man mit Seilbahnen oder notfalls auch mit dem Bus abkürzen. Wir haben ihn also erfolgreich gemeistert und würden es jederzeit wieder machen. Ein großes Dankeschön an Österreichs Wanderdörfer für die Einladung, Marion vom Tourismusverband Pillerseetal für die Tipps und allen Hotels bzw. dem Wildseeloderhaus für die tollen Unterkünfte. Wir haben viel geschwitzt und viel gejammert („Es ist so heiß, bitte liebe Sonne schein mal ein paar Stunden nicht!“) doch auch viel erlebt und jede Menge Spaß gehabt. Wander- oder Laufschuhe und Bikinis müssen also auf jeden Fall ins Gepäck, denn hier treffen sich Berge und Seen. Und es ist ein Weitwanderweg für jedermann! Mehr dazu findet ihr auch am Blog von Österreichs Wanderdörfer.

Aussicht Wildseeloderhaus
Ein letztes Mal die Aussicht beim Wildseeloderhaus genießen

Tipp von den Spiritees für einen Weitwanderweg: Man braucht wirklich nicht so viel Wäsche und Proviant, wie man denkt. Gut, wir waren in wirklich tollen Unterkünften untergebracht. Doch es ist trotzdem nicht notwendig, den Rucksack vollzustopfen. Vergesst nur nicht Sonnenbrillen, Kopfbedeckung, Sonnencreme und jede Menge Wasser einzupacken. Und natürlich darf auch eine Regenjacke bzw. eine Jacke für die Nächte am Wildseeloderhaus nicht fehlen.

** Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Österreichs Wanderdörfer entstanden. Wir wurden auf das Wanderwochenende im Pillerseetal eingeladen. Das ändert nichts an unserer Meinung, die wie die Fotos und der Text zu einhundert Prozent von uns stammt. Mehr Infos zu Österreichs Wanderdörfer und zur Region Pillerseetal findet ihr hier. **

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Claudia liebt es zu reisen und neue Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Außerdem ist sie passionierte Hunde- und Katzenmama, was sich aber Dank eines tollen Ehemanns super vereinbaren lässt :)