Im Herzen von Ljubljana
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Mit Hund im Gepäck durch Ljubljana

Es war ein Samstag wie jeder andere. Ich hatte eigentlich nichts geplant, außer das Wochenende zuhause zu genießen. Dann kam alles anders. Denn mein Travelbuddy Kristina hatte Lust auf ein Eis. Aber natürlich nicht einfach nur auf ein stinknormales Eis, nein, auf ein ganz bestimmtes Eis in Ljubljana. Für das man sich auch gerne mal eine halbe Ewigkeit anstellt. Wieso es das aber absolut Wert ist und was das mit tanzenden Supermarios, Live-Musik, Steak, Burgern und Bier zu tun hat, verraten wir euch natürlich gerne. 

Spontanausflüge sind immer noch die Besten, finde ich! So kam auch unser Trip nach Ljubljana zustande. Denn wenn Kristina Lust auf ein Eis in Ljubljana hat, dann holt sie sich das auch. Egal wann und egal wie. So bekam ich an einem Samstag um ca. 12:00 Uhr die Nachricht „Fahren wir nach Ljubljana? Ich hab Lust auf ein Eis“. Was mach ich? Natürlich antworte ich mit „Okay, ich fahr in ca. einer Stunde los.“ Gesagt, getan! So kurzfristig einen Babysitter für Hündin Zoey auftreiben, war nicht mehr möglich und auch nicht nötig, denn Ljubljana ist absolut hundefreundlich. Verreisen mit einem Hund ist aber fast wie mit Kindern, auch wenn es nur für einen halben Tag ist. Bis man alles eingepackt hat, von der richtigen Leine über den Reisepass bis hin zum Futter und zur Wasserflasche, das kann schon mal dauern. Zur Sicherheit packe ich auch immer einen Maulkorb ein, denn man weiß ja nie, ob es wo Maulkorbpflicht gibt. In Ljubljana war das aber nicht der Fall. In der Zwischenzeit wartet Kristina schon ungeduldig darauf, endlich abgeholt zu werden.

Bei einem Ausflug nach Ljubljana darf ein Blick auf die Burg nicht fehlen!
Bei einem Ausflug nach Ljubljana darf ein Blick auf die Burg nicht fehlen!

 

Auf los geht’s los – Ljubljana wir kommen

Nachdem ich schlussendlich alles eingepackt und meine Mama abgeholt hatte (die ich auch spontan zu einem Ausflug überredet habe), haben wir uns auf den Weg gemacht. Bei der Tankstelle noch schnell eine Vignette und Ersatzbirnen für das Auto gekauft (denn das wird vom ÖAMTC empfohlen) und ab auf den Loiblpass und über die Grenze. Nachdem wir uns in einer Tiefgarage direkt im Zentrum ein Plätzchen gesucht haben, führte uns unser erster Weg natürlich zum Eisladen Vigò, vor dem schon eine riesige Schlage stand. Okay, dieses Eis muss wohl wirklich gut sein, wenn so viele Leute davor stehen, dachte ich mir. Zwei hungrige Spiritees, ein Hund der keine Lust hatte in einer Schlange still zu stehen und quengelnde Kinder vor und hinter uns – ein Traum, was tut man nicht alles für ein gutes Eis. Aber die Schlange hat sich kontinuierlich fortbewegt und schließlich waren auch wir an der Reihe. Fruchtig für Mama und süß und schokoladig für Kristina und mich. Glücklich und zufrieden, endlich unser Eis genießen zu können, haben wir uns zum Robba Brunnen gesetzt, der nur wenige Meter entfernt ist und uns von Ditscheridu-Musik und dem Plätschern des Wassers berieseln lassen, während uns die südliche Sonne ins Gesicht schien.

Hallo Shopping-Wahn

Nachdem wir unser Eis, das echt sehr lecker war, genüsslich verspeist haben, sind wir durch die Gassen von Ljubljana gebummelt. Es gibt so viele tolle kleine Läden und es zahlt sich aus, in jeden einzelnen zu gehen. Auch wenn sie von außen ähnlich aussehen, gibt es überall ganz unterschiedliche Sachen, die teilweise auch noch handgemacht und trotzdem absolut preiswert sind. Da wir beide keine Shopping-Queens sind, besteht eigentlich keine Gefahr, dass wir uns die Zeit in Shopping-Centern oder ähnlichen vertreiben. Aber diese Läden sind anders! Hier findet man nicht vorrangig Gewand und Schuhe, sondern von slowenischen Spezialitäten über Handwerks- und Holzprodukten bis hin zu Läden, in denen es so viele Sachen gibt, die man nicht braucht, aber unbedingt haben muss. Und so konnten wir nicht widerstehen und leerten fleißig unsere Brieftaschen. Aber ein „Big book for little ideas“ braucht man einfach, oder?

 

Wir lieben solche Läden einfach
Wir lieben solche Läden einfach

Hundefreundliches Restaurant

Nach dem ganzen Geshoppe haben wir uns schließlich einen Aperol-Spritzer direkt am Fluss gegönnt. Das perfektes Ambiente, um einfach mal abzuschalten und den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen. Hier gibt es unzählige Lokale, die sowohl tagsüber als auch nachts belebt sind und ein ganz besonderes Flair verbreiten. Da meine Mama schon öfter in Ljubljana war und ein Fan vom Restaurant Julija ist, haben wir uns auf den Weg gemacht, um noch etwas zu Essen. Hundebesitzer kennen das Problem ja bestimmt, dass man unbedingt wo Essen gehen möchte und dann kommt die Ernüchterung: Hunde sind verboten. Nachdem vor dem Restaurant kein Platz mehr frei war, hatte ich etwas Bauchschmerzen, da ich nicht wusste, ob mein Hund ein Problem sein würde (und die Option, sie in der Tiefgarage in der Zwischenzeit ins Auto zu sperren, gibt es für mich nicht!). Aber das Gegenteil war der Fall: Ich weiß nicht, wann ich jemals in so einem hundefreundlichen Restaurant war. Zoey wurde von allen Mitarbeitern freundlichst begrüßt und gestreichelt und bekam sofort eine Schale mit Wasser. Wir haben uns alle gleich wohl gefühlt und sofort die Speisekarte unter die Lupe genommen. Gott sei Dank mussten wir nicht lange aufs Essen warten und sowohl die Nudel mit Spargel aus auch die Steaks schmeckten ausgezeichnet lecker! Der Rest vom Steak, den meine Mama nicht aufessen konnte, wurde dann ganz selbstverständlich dem Hund serviert. Ich find das super, so wird es nicht weggeworfen und sie hat sich auch gefreut 🙂 Ich kann dieses Lokal wirklich nur jedem empfehlen, egal ob mit oder ohne Hund, es schmeckt garantiert und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist optimal!

Tote Hose oder High-Life am Abend?

Satt und glücklich haben wir das Lokal verlassen und spazierten noch etwas in die schönen beleuchteten Gassen der Altstadt. Aus Kärnten kennt man es ja, dass um 22:00 Uhr überall tote Hose ist, damit sich niemand vom Lärm gestört fühlt. Darum sieht man auch so wenige Leute, wenn man nachts unterwegs ist. In Ljubljana ist das anders. Menschen tanzen mitten auf einer Brücke stundenlang zum Soundtrack von Super Mario und anderen Liedern und amüsieren sich. Alle Lokale haben offen, die Menschen lachen und unterhalten sich. Die Stadt ist richtig belebt und so haben auch wir noch etwas getrunken und der Open-Air-Live-Musik gelauscht. Es erwachten sofort Sommergefühle und wir wurden in absolute Urlaubsstimmung versetzt. Der Hund war auch bei keinem Lokal ein Problem und überall sehr freundlich behandelt und sofort mit Trinkwasser versorgt. Ich schleppte die Wasserflasche also umsonst mit 🙂 Zum Schluss machten wir noch einen Abstecher zum „Burger & Beer“-Fest, das wir leider zu spät entdeckten. Dort wo sonst der Markt ist, konnte man die unterschiedlichsten Burger- und Biersorten probieren (auch vegan). Leider waren wir bereits so satt, dass wir nichts mehr probieren konnten. Auch hier hatten sehr viele ihre Hunde mit und es scheinte niemanden zu stören. Ich würde Ljubljana als sehr hundefreundliche Stadt bezeichnen und werde Zoey auf jeden Fall wieder mitnehmen. Nächstes Mal steht bei uns aber definitiv noch der Markt in Ljubljana auf dem Plan!

Claudia liebt es zu reisen und neue Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Außerdem ist sie passionierte Hunde- und Katzenmama, was sich aber Dank eines tollen Ehemanns super vereinbaren lässt :)